DIE GESCHICHTE

Das gepflegte Schloss und die Parkanlage befinden sich seit 1984 in Besitz der Familie Haberler. Josef und Monika Haberler erwarben diese Anlage weil sie einen Platz für ihre, damals drei, Pferde suchten. Ihre acht Kinder tollten durch das Schloss und den Garten und entschieden, dass dieses das Richtige sei. Die Eltern ließen sich schnell überzeugen und erwarben die Anlage damals baulich in sehr desolatem Zustand. Bis heute, mit viel Liebe zum Detail, wird das Schloss laufend in mühevoller Kleinarbeit von der Familie eigenhändig restauriert. Um das Gebäude herum wurde eine wunderschön gestaltete Parkanlage angelegt, welche durch eine wilde, blühende Schönheit besticht. Ein Obst, - und Gemüsegarten lassen auch ein Quantum an Bodenständigkeit nicht vermissen. Die Familie betreibt auf dem Gelände eine Reitsportanlage, sowie ein Café - Restaurant, von dessen Terrasse man einen wundervollen Blick in die Anlage genießen kann.

Geschichte und Eigentümer über die Jahrhunderte:

Das Schloss ist aus einem Wirtschaftshof des Klosters Seitenstetten entstanden. Dieses hatte schon bei seiner Gründung im Jahr 1109 ein Eigengut zu Tulping, von dem Edelfreien Udalschalch von Stille und Heft, als Dotation, erhalten. Als nach 1683 die Türkengefahr in Niederösterreich endgültig gebannt war, ließ Seitenstetten seinen bis dahin recht einfachen Hof zum Freihof Mönchshof ausbauen. Im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts ließ der auch ansonsten recht baufreudige Abt Paul de Vitsch das Herrenhaus repräsentativ ausgestalten. Als Abt Kolumban Zehetner 1826 den Edelhof versteigern ließ, erhielt der Wiener Hofjuwelier Josef Wieser den Zuschlag. Die nächsten Eigentümer waren 1842 der kaiserliche Kämmerer August Freiherr von Thysebaert und danach der bürgerliche Schneidermeister Johann Kohaun aus Wien. 1861 gelangte das Gebäude an den Bankier Alois Männer, der es zum Schlösschen ausbauen ließ. Der Börsenkrach von 1873 brachte leider auch ihn in ernste finanzielle Schwierigkeiten, und so wurde es von Ignaz Pollak ersteigert, der es aber bereits 1879 an den Fürsten Georg Maurocordato verkaufte. Dieser vertrat die K.u. K. Monarchie als Diplomat in Paris und ließ in seiner Abwesenheit in Tulbing Rebhühner züchten. Maurocordato stellte das Schloss seiner Gattin Irene, eine geborene Freiin von Sina, zur Verfügung und ließ es neu einrichten. Seine Frau konnte jedoch krankheitshalber ihren neuen Wohnsitz nie beziehen.

Nach 1894 hatte das Schloss häufig wechselnde Eigentümer. Darunter befand sich auch Kammersänger Hubert Leuer, der mit der Opernsängerin Berta Kiurina verheiratet war.

1984 erwarb die Familie Haberler das Anwesen und machte es zu dem was es heute ist.

Beschreibung des Gebäudes:

Im Schlossgarten steht die Statue einer griechischen Göttin aus dem 19. Jahrhundert. Das zweigeschossige elegante Hauptgebäude hat einen hakenförmigen Grundriss, die elfachsige Hauptfassade ist nach Osten gerichtet. Der repräsentativ gestaltete Mittelteil zeigt ein aufgesetztes Dachgeschoß, dessen vier Rundbogenfenster von Pilastern flankiert werden. Es wird von einer Säulenbalustrade abgeschlossen, die in ihrer Mitte von einem Rundgiebel mit Uhr unterbrochen ist. Unter dem vorspringendem Walmdach läuft ein Zahnschnittfries um das Gebäude. Dem ostseitigen, ehemaligen Haupteingang wurde ein Wintergarten vorgebaut. Er trägt eine Veranda, die von einem hübschen, gusseisernen Abschlussgitter eingerahmt wird. Sowohl der Mittelteil, als auch die beiden einachsigen Seitenrisalite werden durch Ortsteinquaderungen betont, treten aber aus der Fassade nicht vor. Erdgeschoß und erster Stock werden durch ein profiliertes Gesims optisch getrennt. Die Fenster weisen gerade und dreieckige Verdachungen auf. An den Schlosshof schließt ein einst ebenerdiges Stallgebäude an, das im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts aufgestockt wurde und nun die Reitsportanlage beheimatet.