Der Welsh Cob,  die Sektion D

Welshponys gibt es in fünf verschiedenen Rassetypen, die als Sektionen A bis E,  oder, angefangen beim Welsh Mountain Pony (Sektion A) über das Welsh Pony (Sektion B), das Welsh Pony im Cob Typ (Sektion C), den Welsh Cob (Sektion D) bis zum Welsh Partbred (Sektion E), bekannt sind. 


Der Welsh Cob ist ein kräftiges, hartes Kleinpferd von elegantem, flottem Gesamteindruck und harmonischen, gerundeten, muskulösen Formen. Er verbindet Adel und Substanz miteinander. Dabei steht er durchaus noch dem Ponytyp nahe mit einem gewissen orientalischen Überguss. 

Er ist außerordentlich leistungsbereit und leistungsfähig, ausdauernd, hart, genügsam, bei hoher Intelligenz gelehrig, mit energischem, eifrigen Temperament und einem frommen, ausgeglichenen Charakter.Welsh Cobs verbinden Trittsicherheit, Wendigkeit, einen schnellen Antritt und gutes Durchhaltevermögen mit einem ausgesprochen guten Gangwerk, wie es bei anderen Ponyrassen nur selten anzutreffen ist. Dadurch eignet sich der Welsh Cob auch ausgezeichnet für die barocke Dressur bis hin zur Hohen Schule, wie uns Milos Welde mit seinem Falbhengst „Roving Fellow“ bei diversen Vorführungen, unter anderem mit der Spanischen Hofreitschule, bewiesen hat.

Einsatzmöglichkeiten:

Der Welsh Cob ist eine sehr vielseitige Rasse. Durch seine vorzügliche Gangqualität eignet er sich als barockes Dressurpferd, er ist ein exzellenter Springer, und ein hervorragendes Fahrpferd. Durch seinen freundlichen und einfühlsamen Charakter ist er ein vielseitiges Familien,- und Freizeitpferd, durch seine Zähigkeit und Härte insbesondere für Wanderritte und Jagden geeignet. Zusammenfassend ist er ein solides breitensportlich ausgerichtetes Dressur,- Spring,- Vielseitigkeits,- und Westernpferd, außerdem ein Schaupferd. 

Herkunft und Geschichte:

Seit etwa 800 Jahren werden in Wales gezielt Pferde gezüchtet welche in Interieur und Exterieur dem heutigen Welsh-Cob entsprechen.  Die Zucht verdankt  ihren Ursprung den Grafen von Shrewsbury und Arundel. 
Sie paarten Welsh Mountain Ponys mit spanischen Pferden und nannten sie damals „Powys Horse“.

Das Zuchtziel war damals ein schnelles, wendiges und bewegliches Militärpferd, welches aber außerdem die Kraft besitzen sollte, einen voll  ausgerüsteten Kavalleristen  in die Schlacht zu tragen. Um die dafür erforderliche Härte und das Durchhaltevermögen zu selektieren wurde eine Hengstleistungsprüfung eingeführt, wo nur jener Hengst eine Deckerlaubnis bekam, welcher eine Strecke von 56 km bergauf von Dowlais bis nach Cardiff in einer Zeit unter drei Stunden gelaufen ist. In friedlichen Zeiten wurden sie als Kutsch,- und Jagdpferde gehalten.
Als die Trabrennen unter dem Sattel in mode kamen wurden Traber eingekreuzt und unter Zumischung von arabischem Blut wurde aus dem „Powys Horse“ der moderne Welsh-Cob welcher nun durch einen kräftigen, muskulösen Körperbau mit weit ausgreifenden, schwungvollen Gängen und einem edlen Erscheinungsbild besticht. 

Welsh Cob  Zuchtziel

Herkunft:

Der Welsh Cob wird seit mehr als 800 Jahren in Wales gezüchtet.

Stockmaß:

Die Widerristhöhe liegt über 137cm (13,2 Hands), ohne Begrenzung nach oben.

Farben:

Alle außer Schecken.

Kopf:

Edler, ausdrucksvoller Kopf mit Ponycharakter, breite Stirn, Ganaschenfreiheit, großes lebhaftes Auge, feine gut angesetzte Ohren, weite Nüstern. 

Hals:

Genügend lang, gut angesetzt, gewölbt mit gutem Aufsatz bei Hengsten, leichtes Genick.

Körperbau:

Stark bemuskelt, deutlich geschwungener Rücken, Kruppe melonenförmig mit guter Behosung und gut angesetztem, schön getragenem dichtem Schweif, breite Brust, schräge Schulter, große Gurttiefe und gute Rippenwölbung, aufgerichtete Haltung.

Fundament:

Besonders kräftig, trocken, kurze, ovale Röhren, markante Gelenke, mittellang gefesselt, gut geformte runde Hufe mit fester Hornqualität, seidiger Kötenbehang erwünscht.

Bewegung:

Raumgreifender Schritt, der Trab wird mit deutlicher Knieaktion gewünscht, wobei das gesamte Vorderbein aus der Schulter heraus soweit wie möglich vortritt, bei gleichzeitigem energischem Antritt aus der Hinterhand unter kräftiger Hebelung der Gelenke. Runder, weicher, ausgezeichneter Galopp.